Wir spielen Papiertiger

Katzen lieben Papier und Pappe. Eine alte Pizzaschachtel oder leicht angeknülltes Papier, das nur deshalb kurz auf dem Boden liegt, weil es eigentlich direkt ins Altpapier wandern soll, wird oft in wahrer Lichtgeschwindigkeit von den Samtpfoten erobert.

Nichts scheint gemütlicher oder wichtiger. Dafür lassen Katzen manches schmucke Designerkissen links liegen. Warum Katzen Papier oder Pappe so sehr lieben, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Ob das Knistern des Papiers die Tiere irgendwie an das Trippeln kleiner Mäusepfoten erinnert, ob das Material sich schlicht und einfach nur angenehm anfühlt, darüber kann viel gerätselt werden. Vermutlich aber schätzen die wärmeliebenden Fellschnauzen den isolierenden Aspekt von Pappe, die die eigene Körperwärme aufnimmt, wiedergibt und so für warme, wohlige Örtlichkeiten sorgt.

Die Lauer- und Schleichjäger

Höhlenartige Pappschachtel, in die der Körper (manchmal gerade noch so eben) rein passt, sind besonders beliebt: Als Lauer- und Schleichjäger beobachten Katzen sehr gerne ihre Umgebung, ohne (vermeintlich) gesehen zu werden. In der Wohnungshaltung beobachten die Samtpfoten deshalb gern ihre Umgebung von einem Platz unter dem Bett, unterm Sofa, einem höhlenartigen Behältnis oder von einer erhöhten Position wie einem Katzenbaum oder einem Schrank oder Regal. In der freien Natur bedient häufig der Ort unter einem Busch oder tiefhängenden Ästen oder in einem Baum diese Bedürfnisse. Welche Örtlichkeit sie wann aufsuchen, hängt sehr vom individuellen felinen Geschmack ab. Da Samtpfoten diese Plätze nicht nur zum Beobachten, sondern ebenso zum Ruhen aufsuchen und nutzen, ändern sie sich ganz nach Tages- oder Jahreszeit. Allgemein suchen ängstlichere Tiere geschütztere Bereiche auf, die teils nur sehr schwer oder gar nicht von ihren menschlichen Mitbewohner*innen gefunden werden.

Auch ein Rückzugsort

Viele Katzen lieben Tunnel. Ein Ort mehreren Funktionen: Vortrefflich zum Rückzug geeignet, wunderbar zum Verstecken zu gebrauchen, zusätzlich lässt es sich hier wunderbar Jagen und Spielen. Wenn dann dieser ganz wunderbare Platz auch noch aus DEM Lieblingsmaterial besteht, was will man als Katze mehr? Und sollte dieser multifunktionale feline Traum bei ihren Stubentigern nicht ankommen, denken Sie dran: Wir lieben die Individualität unserer Pelznasen. Das macht sie so einzigartig. Wie gut, dass sich dann alles einfach und schnell Umweltgerecht entsorgen lässt.

Benötigtes Material:

  • Einen Karton, in den Ihre Katze bequem rein- und durchpasst
  • Schere und Klebeband
  • Einen Kuchenteller und einen Stift
  • 2-4 Papiertüten

So funktioniert’s:

  • Den Karton quer mittig zerteilen.
  • Zeichne nun mit Hilfe des Kuchentellers und des Stiftes auf die zwei entstandenen Kartonhälften je einen Kreis und schneiden diesen aus.
  • Entferne an den Papiertüten jeweils die Henkel und den Boden.
  • Stellen eine Kartonhälfte auf und befestige die Tüte mit dem Klebeband fest an der Pappe. Wenn nötig, die Tüte aufschneiden, damit du sie besser der Box anpassen kannst.
  • Gehe genauso mit der zweiten Kartonhälfte vor. Falls du die Tüte aufgetrennt hast, klebe diese jetzt mit dem Klebeband überall gut zu, so dass du letztendlich einen wunderbaren Tunnel vor dir hast.
  • So ein Papiertunnel ist in der Länge beliebig erweiterbar. Es lässt sich ein Mittelteil aus Karton einbauen, in dem ein Guckloch eingearbeitet werden kann. So kann die Katzen hier toll raus gucken.

    Viel Spaß beim Nachbasteln und dem gemeinsamen Spiel mit deinen Katzen!

Die Buchautorin und Tierpsychologin HEIKE GROTEGUT ist studierte
Germanistin und IT-Fachfrau. Neben ihrem Beruf studierte sie
Tierpsychologie an der Akademie für Tiernaturheilkunde.

Titelbild: Adobe chendongshan

Der Artikel ist erschienen im Magazin OUR CATS.

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