Du willst einen gesunden Berner? Darauf solltest du achten …

Die Problemzonen

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Berner Sennenhunds liegt verschiedenen Studien zufolge nur bei etwa siebeneinhalb Jahren. Ebenso wie andere große Rassen ist auch der Berner Sennenhund von vermehrt auftretenden Gelenkproblemen (Hüft- und Ellbogengelenkdysplasie) betroffen. Zudem gehören die degenerative Myelopathie, eine fortschreitende Zerstörung des Rückenmarks, an deren Ende die vollständige Lähmung des Hundes steht, und die steril-eitrige Meningitis-Arteritis, eine Erkrankung, die auch unter dem Namen SRMA (Steroid Responsive Meningitis Arteritis) bekannt ist, zu den häufiger auftretenden genetisch bedingten Erkrankungen des Berner Sennenhundes.

Was ist SRMA?

SRMA ist eine Autoimmunerkrankung, die zumeist junge Hunde zwischen acht und 18 Monaten betrifft. Der wichtigste Bestandteil der Diagnostik ist die Liquor-Untersuchung, eine labortechnische Analyse der Rückenmarks-Hirn-Flüssigkeit, die dem Patienten in Narkose entnommen wird. Um die Symptome der Entzündung zurückzudrängen und langfristig möglicherweise eine Heilung zu erreichen, ist eine sich über den langen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstreckende immunsuppressive und entzündungshemmende Therapie mit Kortison erforderlich.

Was Experten dazu sagen …

Zudem zeigt die Rasse eine Prädisposition für verschiedene Krebserkrankungen, insbesondere für das histiozytäre Sarkom, eine systemische Tumorerkrankung, die sich vorzugsweise in Lunge, Milz, Leber und Knochenmark manifestiert. Der zuständige Zuchtverein (SSV für Deutschland e.V.) stellt sich jedoch diesen schwerwiegenden Erkrankungen ebenso wie der kurzen Lebenserwartung: Eine umfassende Blutbank und langjährige Datensammlungen waren die Grundlage dafür, den Hauptproblemen der Rasse heute in Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover mit der genomischen Zuchtwertschätzung für HD, ED und Langlebigkeit begegnen zu können.

„Die extreme Langlebigkeit ist sehr hoch genetisch bedingt, amerikanische Forscher sprechen beim Menschen von ca. 50 Prozent Erblichkeit. Es ist in der Tat so, dass wir auch beim Hund Genvarianten gefunden haben, die für ein langes Leben günstige Voraussetzungen schaffen. Wir haben diese Gene, die bestimmte Stoffwechselvorgänge in der Zelle entsprechend regulieren und damit prinzipiell ein langes Leben ermöglichen, beim Berner Sennenhund gefunden. Wenn natürlich gleichzeitig Dispositionen für stark lebensverkürzende Krankheiten gegeben sind, wird das nicht wirken. Darum müssen Genvarianten, die die Entstehung eines histiozytären Sarkoms oder einer degenerativen Myelopathie begünstigen, mit berücksichtigt werden“, erklärt Prof. Ottmar Distl von der TIHO Hannover die Arbeit für den Berner Sennenhund.

Foto: AdobeStock/ annaav


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