Mit Hund im Urlaub: Einfache Maßnahmen bei leichten Beschwerden

Wenn es in den lang ersehnten Sommerurlaub geht, kommen Hunde gerne mit. Doch nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Vierbeiner können ein neuer Ort oder ein anderes Klima eine Herausforderung sein. Machen sich am Reiseziel leichte Beschwerden beim Hund bemerkbar, lässt sich häufig einfach Abhilfe schaffen.

Ob Badeurlaub, Wandern oder Camping: Viele Hundehalter verreisen am liebsten mit ihrem Vierbeiner. Dabei ist vorher oft nicht abzusehen, wie das Tier auf eine plötzliche Klimaveränderung oder ein verändertes Umfeld reagiert. Einige Risiken lassen sich vor Antritt der Reise mit dem Tierarzt besprechen, auf andere müssen Halter spontan am Reiseziel reagieren.

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) empfiehlt deshalb, nicht nur eine Notfallapotheke für den Hund im Gepäck zu haben, sondern sich auch mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen. Natürlich ist bei ernsthaften Problemen wie Blutungen, Krampfanfällen, auffallender Abgeschlagenheit oder schweren Verletzungen auch im Urlaub der schnelle Weg zum Tierarzt unumgänglich. Bei leichten Beschwerden dagegen können Tierhalter meist selbst Abhilfe schaffen.

Insektenstiche: Einstichstelle kühlen

Grundsätzlich sind Wespen- und Bienenstiche für Hunde zwar schmerzhaft, aber in den meisten Fällen harmlos. Zeigt der Vierbeiner nach einem Stich keine allergische Reaktion, reicht es häufig, die Einstichstelle zu kühlen. Der Stachel kann mit einer Pinzette oder einem Tuch entfernt werden. Nach dem ersten Schreck haben Hunde den Insektenstich meist schnell wieder vergessen. Anders kann es aussehen, wenn das Tier im Maul-, Kopf- oder Halsbereich gestochen wird: „Wenn die Atemwege stark anschwellen, kann die Luftzufuhr des Tieres behindert werden“, warnt Astrid Behr vom bpt. Kommt es beim Tier zu starkem Speichelfluss, Schwellungen oder Atembeschwerden, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Das gilt auch im Falle einer nachgewiesenen Insektenallergie.

Pfotenverletzungen: Fremdkörper vorsichtig entfernen

Geraten Fremdkörper wie Dornen oder Steine zwischen die Ballen, können die eingetretenen Gegenstände meist selbst entfernt werden. Hierzu muss die verletzte Stelle zunächst enthaart, gewaschen und desinfiziert werden, bevor der Gegenstand vorsichtig, ggf. mit einer Pinzette, entfernt wird. Größere Wunden sollten anschließend verbunden werden. Ist eine klaffende Wunde sichtbar oder lässt sich der Fremdkörper schwer entfernen, sollte er in der Wunde belassen und ein Tierarzt aufgesucht werden.

Hitzschlagverdacht: Vorsichtig Abkühlung verschaffen

Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 37,5 und 39° Grad Celsius. Bei besonders warmen Temperaturen oder großer körperlicher Belastung kann diese bis auf 42 Grad ansteigen. „Hunde sind äußerst hitzeempfindliche Tiere. Da sie nur eine geringe Anzahl an Schweißdrüsen an der Unterseite der Pfoten und am Nasenspiegel besitzen, können sie nicht schwitzen und so ihren Körper abkühlen“, erklärt Behr. Um sich abzukühlen, bleibt daher nur das Hecheln. Dieses erzeugt Verdunstungskälte. Übersteigt die Außentemperatur 28 Grad, muss sich der Vierbeiner anderweitig Kühlung verschaffen – beispielsweise indem er sich auf kalte Fliesen legt oder schwimmen geht.

Symptome, die auf einen Hitzschlag des Tieres hindeuten sind schnelles Hecheln, ein rasender Herzschlag, Mattigkeit sowie Krämpfe oder sogar Bewusstlosigkeit. „Zeigt der Hund solche Symptome, gilt es, ihn vor der tierärztlichen Versorgung schnell in den Schatten zu bringen und langsam abzukühlen – etwa mit kühlen, feuchten Tüchern“, rät die Tierärztin. Mit dem Kühlen sollte immer an den Pfoten und den Gliedmaßen begonnen werden, um dann mit dem Tuch langsam weiter zum Körper bis hin zum Nackenbereich zu wandern. Um einen Schock zu vermeiden, dürfen überhitzte Hunde niemals mit Wasser überschüttet werden.

Für alle Fälle: Die Reiseapotheke

Infos zur Reiseapotheke und eine Packliste für deinen Hund im Urlaub findest du hier.

Quelle: IVH/Foto: iStock-Photoboyko


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