Die Chartreux gehört zu den alten Katzenrassen Frankreichs: kräftig gebaut, auffallend leise und nur in einer einzigen Farbe zu haben. Hier erfährst du, was diese Katze ausmacht und worauf du achten solltest, bevor eine bei dir einzieht.
Mitten auf dem Bett liegt ein blaugrauer Kater auf dem Rücken, eine einzige Vorderpfote kerzengerade nach vorn gestreckt. Er heißt Houdini, weil er sich bei einem Umzug einmal aus seiner gesicherten Transportbox befreit hat. Heute ist er der ruhigste Bewohner in einem Haushalt mit vier Katzen, und wenn es den anderen zu wild wird, hält er den Unruhestifter einfach fest. Ohne Fauchen, ohne Krallen.
Houdini ist eine Chartreux, auf Deutsch auch Kartäuser genannt. Und vieles an seiner Geschichte ist typisch für diese Rasse.
Herkunft: Die blauen Katzen Frankreichs
Blaue Katzen aus Frankreich tauchen schon im 16. Jahrhundert in der Literatur auf. Lange hieß es, der Name gehe auf die Kartäusermönche zurück, in deren Klöstern die Katzen gelebt haben sollen. Wahrscheinlicher ist eine nüchternere Erklärung: Er stammt vermutlich von einer Wollsorte, an die das dichte, wollige Fell erinnerte.
Gezielt gezüchtet wird die Chartreux in Frankreich seit den 1920er Jahren, ausgehend von blauen Katzen, die dort schon lange lebten. Nach Nordamerika kamen die ersten Tiere 1970. In Deutschland ist die Rasse bis heute eher selten.
Charakter: leise, anhänglich, ein bisschen Hund
Den Spitznamen Hundskatze trägt die Chartreux nicht ohne Grund. Viele lernen, auf ihren Namen zu reagieren, folgen ihrem Menschen von Raum zu Raum und bringen manchmal sogar Spielzeug zurück. Sie binden sich eng, drängen sich aber nicht auf.
Auffällig ist ihre Stimme, oder besser: wie selten man sie hört. Viele Chartreux miauen kaum, manche bleiben fast stumm. Verständigen können sie sich trotzdem, mit leisen Gurr- und Zirplauten, mit Blicken und mit einer Pfote, die sanft den Arm antippt, wenn sie auf den Schoß möchte. Sie lieben feste Rituale und verlässliche Abläufe, und sie spielen gern und ausdauernd, wenn man ihnen ein Spielzeug hinwirft.
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Zur OUR CATS im MinervaStoreAussehen, Fell und Pflege
Die Chartreux ist kräftig gebaut, mit breiten Schultern und einem muskulösen Körper auf vergleichsweise feinen Beinen. Der Kopf ist breit und rund, die Schnauze schmal, und die Schnurrhaarkissen geben ihr einen leicht lächelnden Ausdruck. Die Augen leuchten gold bis kupferfarben. Es gibt sie nur in einer Farbe: Blaugrau in allen Abstufungen.
Das Fell ist dicht, wollig und etwas wasserabweisend, darunter liegt reichlich Unterwolle. Es verfilzt kaum, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst verliert die Katze aber viel Haar und braucht dann deutlich häufiger den Kamm. Für Allergiker ist die Chartreux wegen der vielen Unterwolle nicht zu empfehlen.
Gesundheit und Haltung
Die Rasse gilt als robust. Bei manchen Tieren tritt eine Patellaluxation auf, also eine Kniescheibe, die aus ihrer Führung springt. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann das untersuchen, seriöse Züchter lassen betroffene Tiere nicht in die Zucht. Weil die Chartreux ein massiger Typ ist, lohnt außerdem ein Blick aufs Gewicht, manche erwachsene Tiere legen gern zu.
Geduld braucht, wer eine Chartreux aufwachsen sieht: Die Rasse entwickelt sich spät und ist erst nach mehreren Jahren ganz ausgewachsen. Reine Wohnungshaltung ist möglich, ein gesicherter Balkon wird gern genommen. Weil sie so menschenbezogen ist, sollte eine Chartreux nicht den ganzen Tag allein bleiben.
Passt eine Chartreux zu dir?
Wenn du eine ruhige, anhängliche Katze suchst, die dich begleitet, ohne ständig zu fordern, ist sie eine gute Wahl. Plane Zeit für den Fellwechsel ein und achte beim Kauf auf Papiere eines anerkannten Verbands: Unter dem Namen Kartäuser werden gelegentlich auch blaue Britisch Kurzhaar angeboten.
Häufige Fragen
Ist eine Kartäuserkatze dasselbe wie eine Chartreux?
Ja, Kartäuser ist der deutsche Name der französischen Rasse Chartreux. Verwechselt wird sie häufig mit der blauen Britisch Kurzhaar, die ähnlich aussieht, aber eine eigene Rasse ist.
Ist die Chartreux für Allergiker geeignet?
Eher nicht. Sie trägt sehr viel Unterwolle und verliert im Fellwechsel reichlich Haar.
Wie viel Pflege braucht eine Chartreux?
Außerhalb des Fellwechsels wenig. Im Frühjahr und Herbst solltest du sie deutlich öfter kämmen, damit sich die lose Unterwolle nicht in der Wohnung verteilt.
