Expertenrat: Steifer Gang bei 9-jähriger Katze – was tun?

Wenn die Seniorkatze plötzlich unrund läuft, machen sich viele Halter Sorgen. Expertin Dr. Charlotte Reimann klärt auf.

Leserfrage an die Expertin

Meine 9-jährige Katze hat in letzter Zeit einen etwas steiferen Gang, das hat sie sonst nicht gemacht – ist das einfach ein Zeichen des Alters oder sollte ich das untersuchen lassen?“

Dr. Charlotte Reimann, Arthrose-Expertin bei Zoetis
Dr. Charlotte Reimann
Arthrose-Expertin bei Zoetis
Antwort der Expertin

Viele Katzenhalter*innen gehen davon aus, dass ein steifer Gang oder Bewegungseinschränkungen schlicht zum Altern gehören. Doch Alter an sich ist keine Krankheit – vielmehr sind es oft Schmerzen wie zum Beispiel durch die Gelenkerkrankung Arthrose, die hinter diesen Veränderungen stecken.

Gerade weil Katzen Schmerzen sehr gut verbergen, werden erste Anzeichen oft übersehen oder als normale Alterserscheinung fehlinterpretiert.

Betroffene Katzen zeigen oft subtile Bewegungs- oder Verhaltensänderungen: Sie springen weniger aufs Sofa, haben Schwierigkeiten beim Treppensteigen und verbringen mehr Zeit damit, sich auszuruhen oder zu schlafen. Manche können sich nicht mehr ordentlich putzen oder sind ungewöhnlich aggressiv gegenüber anderen Katzen, dem Tierhalter oder der Tierhalterin.

Katze ruht auf einem Bett - vermehrte Ruhephasen können auf Arthrose-Schmerzen hindeuten
Mehr Ruhephasen statt Spielen oder Springen – ein häufig übersehenes Warnsignal.

Steifheit kann also tatsächlich ein Anzeichen für Arthrose-bedingte Schmerzen sein und sollte tierärztlich abgeklärt werden. Arthrose ist eine fortschreitende Gelenkerkrankung, die unabhängig vom Alter auftreten kann. Mit steigendem Alter erhöht sich allerdings auch die Wahrscheinlichkeit an Arthrose zu erkranken. Aktuelle Studien zeigen, dass bis zu 40%1 der Katzen im Laufe ihres Lebens Anzeichen von Arthrose zeigen. Eine Arthrose kann durch ein primäres Problem am Gelenk, zum Beispiel durch die übermäßige Belastung durch Übergewicht, entstehen oder sich durch die abnutzungsbedingten Belastungen des Alltags entwickeln. Leider wird nur bei 18%2 der betroffenen Katzen Arthrose wirklich diagnostiziert.

Regelmäßige Check-ups in der Tierarztpraxis sind essenziell, um erste Anzeichen so früh wie möglich zu erkennen und richtig zu deuten. Denn so kann mithilfe einer ganzheitlichen Therapie, bestehend aus kontinuierlicher und individualisierter Schmerzbehandlung, Physiotherapie, Ernährungsanpassung und Gewichtsmanagement, die Lebensqualität für die Katze zurückgewonnen werden – auch im höheren Alter.

Wer die Befürchtung hat, dass auch die eigene Katze an Arthrose-bedingten Schmerzen leiden könnte, sollte seine Samtpfote unbedingt in der Tierarztpraxis untersuchen und sich dort über innovative Behandlungsmöglichkeiten und einen multimodalen Therapieansatz beraten lassen.

Weitere Informationen rund um das Thema Tiergesundheit findest du unter www.zoetispets.com.

Quellen
  1. Enomoto, M. et al., Vet Rec, 2019.
  2. Zoetis Market Research Kynetec. 2023.
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