Herzerkrankungen beim Hund – Warum jeder Hundehalter die Warnsignale kennen sollte

Welche Herzerkrankungen bei Hunden besonders häufig vorkommen, wie sich erste Symptome äußern – und warum ein einfacher Trick zu Hause dabei helfen kann, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Ein Hund, der plötzlich nicht mehr so gerne spazieren geht. Der nachts hustet. Der beim Spielen schneller außer Atem ist als früher. Was viele für Alterserscheinungen halten, kann ein ernstes Warnsignal sein: eine Herzerkrankung.

Wenn das Herz leiser wird – und der Hund auch

Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten internistischen Erkrankungen beim Hund. Besonders zwei Krankheitsbilder treten immer wieder auf: die Mitralklappeninsuffizienz und die Dilatative Kardiomyopathie (DCM). Beide verlaufen schleichend – und genau darin liegt die Gefahr.

Die Mitralklappeninsuffizienz betrifft vor allem kleine bis mittelgroße Rassen. Die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer schließt nicht mehr richtig, Blut fließt zurück, das Herz muss mehr arbeiten. Zu Beginn kompensiert der Körper das gut – äußerlich ist oft nichts zu bemerken. Erst wenn das Herz den Mehraufwand nicht mehr bewältigt, zeigen sich Symptome: Husten, besonders nachts oder nach Belastung, schnellere Ermüdung, Unruhe.

Die DCM hingegen trifft eher große Rassen. Hier wird der Herzmuskel selbst dünner und schwächer, das Herz pumpt nicht mehr effektiv. Die Folge: Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, im schlimmsten Fall plötzliche Ohnmachtsanfälle.

Früherkennung: 15 Sekunden, die Leben retten können

Es gibt einen einfachen Test, den jeder Hundehalter regelmäßig zu Hause durchführen kann: die Ruheatemfrequenz messen. Dafür zählt man die Atemzüge des schlafenden Hundes über 15 Sekunden und multipliziert mit vier. Ein gesunder Hund atmet in Ruhe etwa 15 bis 30 Mal pro Minute. Steigt die Frequenz über mehrere Tage hinweg auf über 40 Atemzüge pro Minute, kann das auf eine Verschlechterung der Herzfunktion hindeuten.

Dieses einfache Monitoring wird auch von Kardiologen empfohlen und kann dabei helfen, Veränderungen zu bemerken, bevor der Hund deutliche Beschwerden zeigt.

Welche Symptome sollten aufhorchen lassen?

Nicht jedes Warnsignal ist offensichtlich. Zu den häufigen Anzeichen einer Herzerkrankung beim Hund gehören unter anderem: Husten nach dem Aufstehen oder bei Aufregung, schnellere Erschöpfung bei Spaziergängen, bläuliche Verfärbung der Schleimhäute, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust, aufgeblähter Bauch durch Flüssigkeitsansammlungen und nächtliche Unruhe.

Einzeln betrachtet wirkt jedes dieser Zeichen harmlos. In Kombination oder bei zunehmender Häufigkeit ist ein Tierarztbesuch dringend anzuraten.

Diagnose und Therapie – Was der Tierarzt tun kann

Die Diagnostik umfasst in der Regel ein Herzultraschall (Echokardiografie), ein EKG, Röntgenbilder des Brustkorbs und gegebenenfalls Blutuntersuchungen. Je nach Stadium und Schweregrad stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Herzfunktion unterstützen und die Lebensqualität erhalten können.

Wichtig zu wissen: Herzerkrankungen beim Hund sind in den meisten Fällen nicht heilbar – aber bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Viele Hunde leben mit der richtigen Therapie noch Jahre mit guter Lebensqualität.

Was Hundehalter im Alltag tun können

Neben der regelmäßigen tierärztlichen Kontrolle gibt es einiges, was Hundehalter selbst beitragen können: angepasste Bewegung statt Überanstrengung, Stressvermeidung, Gewichtskontrolle und eine herzfreundliche Ernährung. Auch das regelmäßige Messen der Ruheatemfrequenz sollte zur Routine werden.

Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet auf Minerva Campus das neue Themenmodul „Herzerkrankungen beim Hund“ mit Dozentin Kristine Wetzlar. Das Modul vermittelt fundiertes Wissen zu Ursachen, Diagnostik und alltagstauglichen Maßnahmen – praxisnah und verständlich aufbereitet.

Mehr zum Themenmodul: https://minerva-campus.de/herzerkrankungen-beim-hund/

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden.

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