
Nachhaltig mit Haustier: 7 einfache Tipps für ein grüneres Miteinander
Nachhaltigkeit beginnt bei uns selbst – aber hört nicht bei uns auf. Wer bereits auf Plastik verzichtet, auf regionale Produkte setzt und beim Einkauf umweltbewusst entscheidet, kann diesen Weg auch mit seinem Haustier weitergehen. Denn: Umweltbewusstsein und Tierliebe schließen sich nicht aus – im Gegenteil.
Fast die Hälfte aller deutschen Haustierhalter:innen zahlt mittlerweile lieber etwas mehr für nachhaltige Produkte. Warum? Weil es einfach ist. Weil es Sinn ergibt. Und weil es Tier, Mensch und Umwelt guttut.
1. Katzenstreu natürlich gedacht
Katzenstreu muss nicht zwangsläufig aus Bentonit bestehen. Nachhaltige Alternativen gibt es längst – und sie funktionieren richtig gut.
Diese Varianten sind empfehlenswert:
- Holzstreu – saugstark, antibakteriell, aus Sägewerksresten
- Maisstreu – gut klumpend, angenehm im Geruch
- Rübenschnitzel – regional, geruchsbindend und sehr saugfähig
Wichtig: Viele dieser Streus sind biologisch abbaubar. Aber Achtung: Wird das Streu mit Kot oder Urin verunreinigt, gehört es trotz Kompostierbarkeit in den Restmüll – nicht auf den Gartenkompost.
Tipp: Umstellung langsam starten – z. B. mit einer 50/50-Mischung.
2. Insektenprotein: Nachhaltig und nahrhaft
Insekten sind nicht nur für die Umwelt ein Gewinn, sondern auch für empfindliche Hundemägen. Das Eiweiß ist vollwertig, leicht verdaulich – und verursacht deutlich weniger CO₂ als Fleisch.
Für Hunde geeignet – für Katzen (noch) nicht, da sie zwingend tierisches Protein benötigen.
So gelingt die Umstellung:
- Mit kleinen Portionen beginnen
- Langsam steigern und gut beobachten
3. Leckerlis? Selber backen!
Weniger Verpackung, mehr Kontrolle über die Zutaten – und lecker noch dazu. Einfache Rezepte gelingen schnell:
Beispiel für Hundekekse:
- 150 g Haferflocken
- 1 Apfel, gerieben
- 2 EL Sonnenblumenöl
- 100 ml Wasser
Alles mischen, Kugeln formen, 20 Minuten bei 180 °C backen. Fertig!
Für Katzen:
- 1 Dose Thunfisch im eigenen Saft
- 1 Ei
- 2 EL Mehl
Mischen, kleine Portionen formen, 15 Minuten backen.
Hinweis: Für Katzen mit sensibler Verdauung oder bei getreidefreier Ernährung kann das Mehl auch durch eine kleinere Menge Kartoffelmehl oder ähnliches ersetzt werden.
4. Futter aus der Region
Was für uns gilt, gilt auch fürs Haustier: Regional ist oft besser. Die Transportwege sind kürzer, die Qualität oft höher – und du unterstützt lokale Produzenten.
So findest du sie:
- Online nach „Hundefutter + Stadt“ suchen
- Empfehlungen in Tierforen
- Fragen beim Tierarzt oder auf dem Markt
5. Umweltfreundlich pflegen
Ob Pflege oder Reinigung – vieles lässt sich umweltbewusster gestalten.
- Kotbeutel: Am besten biologisch abbaubar und zertifiziert (z. B. EN 13432). Wichtig: Auch sie gehören in den Restmüll – nicht in die Biotonne.
- Pfotenpflege: Kokosöl, Bienenwachs und Sheabutter als DIY-Balsam
- Fellglanz: Apfelessig (1:10 mit Wasser verdünnt) als natürlicher Conditioner
6. Zubehör gebraucht oder selbst gemacht
Dein Tier braucht keine Design-Schüssel oder jedes neue Spielzeug. Was zählt, ist Funktionalität – und da gibt es viele nachhaltige Alternativen:
Second-Hand & DIY-Ideen:
- Kratzbäume, Betten oder Leinen gebraucht kaufen
- Sockenspielzeug oder Kauspielzeuge aus alten T-Shirts basteln
- Konservendosen als robuste Näpfe upcyceln – dabei auf sorgfältig abgeschliffene Ränder achten
7. Tierarztbesuche? Wenn möglich zu Fuß!

Viele kurze Autofahrten summieren sich. Und oft lässt sich der Besuch auch zu Fuß erledigen – gut für Umwelt, Tier und Halter:in.
Geeignet für:
- Impfungen
- Nachkontrollen
- Regelmäßige Check-ups
Alternativ: Online-Sprechstunden für unkomplizierte Fragen.
Fazit: Jede Entscheidung zählt
Nachhaltigkeit muss nicht perfekt sein – aber sie beginnt mit kleinen Schritten. Ob Futter, Streu, Zubehör oder Wege zum Tierarzt: Jeder Beitrag macht einen Unterschied.
Unsere Empfehlung: Fang einfach an. Diese Woche ein neues Streu probieren, ein Leckerli backen oder beim nächsten Futterkauf auf regionale Produkte achten. Dein Tier wird es lieben – und unsere Umwelt profitiert ebenfalls.