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Einsatz gegen die Hundemafia: Illegaler Welpenhandel in Dortmund | Exklusivbericht der PETA

Die kriminelle Tierhandel-Mafia schreckt vor nichts zurück. In ganz Deutschland werden illegal importierte Welpen verkauft, die viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden – Grund genug für die PETA, dagegen vorzugehen. Lies nachfolgend den Bericht von PETA-Fachreferentin Jana Hoger – exklusiv bei Good4Pets.de:

Schlüssel, Geldbeutel, Handy – wie jeden Morgen machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. An diesem Tag fuhr ich allerdings nicht ins Büro, sondern nach Dortmund, denn wieder einmal war ich kriminellen Hundehändlern auf der Spur.

Erst einen Tag zuvor wurde ich im Internet auf eine Verkaufsanzeige von Pomeranian-Welpen aufmerksam: 2.400 Euro sollte ein Hundekind kosten. Sie seien jedoch ohne Impfung zu verkaufen, hieß es; auch das machte mich stutzig. Kurzentschlossen schrieb ich die Händlerin an und gab überzeugend vor, einen Welpen kaufen zu wollen. Ein Kinderspiel, denn Zwergspitze sind unheimlich gefragt. Ihre zuchtbedingte Erscheinung – die handliche Größe und ihr flauschiges Fell – machen sich zunehmend auch kriminelle Händler zunutze und versuchen mit der massenhaften Vermehrung der kleinen Wesen, den größtmöglichen Profit aus ihnen zu schlagen.

Das Treffen

Schließlich verabredete ich mich mit der Händlerin, um den Welpen kennenzulernen. Doch trafen wir uns nicht etwa bei ihr zu Hause, vielmehr wollte sie den Hund zu mir bringen. Auch das passte ins Bild. Kriminelle Tierhändler suchen für ihre Geschäfte häufig Übergabeorte fernab ihrer eigenen Wohnung aus. So können sie ihre Identität und die Herkunft der Tiere leichter verschleiern. Mit diesen Indizien in der Hinterhand alarmierte ich auch dieses Mal das örtliche Veterinäramt und die Polizei, die sich rechtzeitig in der Nähe platzierten.

Schnell stellte sich während des Treffens heraus, dass der Welpe noch nie einen Tierarzt gesehen hatte, dabei war er sichtlich mager. Mit einem Blick stellte ich fest, dass auch seine Zähne noch nicht richtig ausgebildet waren. Der kleine Vierbeiner war deutlich zu jung von seiner Mutter getrennt worden, und die Vermutung lag nahe, dass er aus dem Ausland illegal importiert worden war. Das würde ausreichen, um die Händlerin zu überführen.

Zugriff

So gab ich der Polizei das verabredete Zeichen. Die Beamten beschlagnahmten das Hundekind und brachten es in Sicherheit des Dortmunder Tierheims.

Meine Arbeit war vorerst getan, und nachdem mir die Polizisten versicherten, mich auf dem Laufenden zu halten, fuhr ich zurück nach Stuttgart – nach Hause. Tags darauf zurück im PETA-Büro bestätigte mir die Polizei meinen Verdacht: Der kleine Pomeranian war illegal und ohne Muttertier importiert worden. Seine Heimat ist eine von vielen anonymen, tristen, dunklen und schmutzigen Vermehrerfarmen von beliebten Hunderassen in Bulgarien. Jetzt wartet er im Dortmunder Tierheim auf ein liebevolles neues Zuhause.

Aktiv werden gegen illegalen Welpenhandel

Für Laien ist es kaum möglich, die Angebote krimineller Tierhändler von registrierten Züchtern zu unterscheiden. Denn illegale Händler, die vor Ort abkassieren und den Welpen übergeben, sind nur ein Teil eines mafiösen Systems, das seinen Ursprung häufig in Osteuropa hat. Wer das Leid von Welpen aus illegalem Handel unterbinden will, sollte verdächtige Anzeigen und Händler unbedingt melden (zum Beispiel über das Whistleblower-Formular bei PETA). Hat man sich nach reiflicher Überlegung entschieden, einen Hund bei sich aufzunehmen, sollte man stets daran denken, dass im örtlichen Tierheim ganz sicher bereits ein tierischer Freund auf ein neues Zuhause wartet.

Fotos: PETA-D, Aufmacher: AdobeStock/cristi180884

Jana Hoger arbeitet seit fünf Jahren für PETA Deutschland. Als Fachreferentin für tierische Mitbewohner durchforstet sie Onlineverkaufsportale nach verdächtigen Angeboten mit Hunde- und Katzenwelpen sowie exotischen Tieren und führt investigative Recherchen durch. Bei der Kontaktaufnahme mit den Händlerinnen und Händlern gibt sie sich oftmals als Kaufinteressentin aus. Dass sie vor ihrer Arbeit bei PETA viele Jahre als Tierarzthelferin gearbeitet hat und Alter und Gesundheitszustand von sogenannten Haustieren fachkundig einschätzen kann, wissen die meist kriminellen Verkäuferinnen und Verkäufer natürlich nicht. Kommt es zu einem Übergabetermin, sammelt Jana Hoger Beweise in Form von Fotos, Videos und Gedächtnisprotokollen und verständigt die Polizei sowie das zuständige Veterinäramt, die die Tiere dann beschlagnahmen und in Sicherheit bringen. Gemeinsam mit den Behörden schafft es Jana, kriminellen Händlerinnen und Händlern das Handwerk zu legen.



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